3. August 2016

Schal handgewebt aus 420 Meter Noro Wolle - Nachbehandlung von fertig gewebtem Stoff

Ein etwas schnelleres Webprojekt hatte ich letztes Wochenende zwischen meine Handtücher geschoben, denn auf der Seite von Faserfimmel entdeckte ich wunderschöne Schals aus Noro Wolle. Wer mich kennt weiß, dass ich keine andere Wolle so sehr liebe wie die Noro. Jedes Knäul für sich ist ein kleines Kunstwerk. Leider ist die aber auch sündhaft teuer. Faserfimmel erklärt auf ihrer Seite, wie sie aus 100 gr., also einem Knäul einen Schal webt.

Ich finde das Webbild so fantastisch schön mit der Noro Wolle in Kette und Schuss, dass ich das versucht habe nachzumachen.
Es war sooooo schön, ich war im Farbenrausch bei allen Arbeitsschritten. Hinzu kam, dass sich die Wolle so fein und weich anfühlt, das weben war Genuss pur:

auf diesem Foto trifft es die Farben am besten
18 cm breit und 172 cm lang ist er geworden


Auch bei diesem Webprojekt habe ich wieder viel dazu gelernt. Ich darf die Kette nur gaaaanz locker spannen. Zuerst hatte ich viele gerissene Kettfäden und speziell bei der Beschaffenheit der Noro Wolle würde ich beim nächsten Schal die Randfäden doppelt einziehen, sonst reißen sie alle 10-20 cm. "Anschlagen" darf ich den Schuss gar nicht, eher "anhauchen", sonst wird der Schal nicht locker.
Und überhaupt habe ich beim weben alles behandelt wie ein rohes Ei:)

Das nächste größere Thema beim weben ist die Nachbearbeitung, über die ich bisher im Internet wenig Informationen gefunden habe. Beim weben ist die Kette unter Spannung und die Fäden, die man einwebt auch. Wenn der fertige Stoff aus dem Webstuhl kommt, ist es noch kein richtiges Gewebe. Das entsteht erst durch die richtige Nachbehandlung. Bei den Handtüchern aus Cottolin habe ich es schon heraus, ich weiche die Handtücher, nachdem ich die Ränder umgenäht habe und den Anhänger eingenäht habe, für mind. eine halbe Stunde in heißes Wasser ein (geschätzte Temperatur 50 Grad), danach wasche ich sie in der Waschmaschine bei 60 Grad und schleuder sie bei 1000 U/min., rocknen lassen und bügeln. So quellen die Fasern schön auf und lassen sich schön glatt bügeln.

Bei dem Schal aus Noro Wolle muss ich leider Lehrgeld zahlen, denn die Knicke, die entstehen, wenn man es nicht richtig nachbehandelt, gehen nicht wieder raus, da kann man machen, was man will.
Ich vermute, ich habe den Schal nicht lange genug oder nicht warm genug im Wasserbad quellen lassen.

Dieses Taiyo Sock Yarn oder auch das Taiyo 4ply gibt es momentan mit einer Lauflänge von 420 m auf 100 gr. zu kaufen. Es ist herrlich kuschelig weich durch den hohen Baumwollanteil.




Kommentare:

  1. Soooo schön!!! Ich freu mich schon drauf, was Du als nächstes machst.
    GLG
    Bine

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  2. Das sieht wunderschön aus. Gerade, weil die Teile so weich werden oder bleiben durch das Weben, möchte ich das auch versuchen. Der Norogarn wird bei mir nach kurzer Zeit unschön, wenn gestrickt, wie wenns verfilzt. Bin gespannt, ob das gewebte schön bleibt.
    Lass es mich bitte wissen.
    LG Lesley

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  3. Ich danke euch:), das wird bestimmt mein Lieblingsschal.

    Lesley, ich habe schon mehrere Sachen aus Noro Garnen gestrickt, Jacken, Handstulpen, Schal und sie sehen alle noch aus wie am ersten Tag. Warum verfilzt es denn bei Dir? Evtl. zu heiß gewaschen? Durch den Seidenanteil darf man wirklich nur max. handwarm waschen.
    LG
    Isa

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  4. Ein toller Schal, ganz meine Farben.
    Internette Grüße
    Myriam

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